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Mit eigener PV-Anlage zur Null-Euro-Stromrechnung: So gelingt es

Die Geschichte der Familie M. klingt nach einem Idealzustand: Seit März 2025 zahlen sie keinen Cent mehr für Strom. Möglich wird das durch eine Photovoltaikanlage, die exakt auf ihren Verbrauch abgestimmt ist – samt Speicher, intelligenter Steuerung und angepasstem Verbrauchsverhalten. Was nach Einzelfall klingt, lässt sich auch für andere Haushalte erreichen. Entscheidend ist eine Kombination aus Planung, Technik und realistischer Erwartung.

Solarpanel (Foto: Bill Mead/Unsplash)

Wie eine PV-Anlage Haushalte autark macht

Wer seine Stromkosten nahezu auf null senken möchte, braucht mehr als nur ein paar Solarmodule auf dem Dach. Maßgeblich ist die Balance aus Erzeugung, Speicherung und Nutzung. Bei gut ausgerichteten Anlagen – idealerweise Süd oder Südwest, 25 bis 35 Grad Dachneigung – lassen sich im Jahresverlauf große Teile des Haushaltsstroms selbst erzeugen.

Ein Stromspeicher erhöht diesen Anteil erheblich, weil tagsüber erzeugter Strom abends genutzt werden kann. Familien M. hat ihre Anlage daher mit einem Speicher kombiniert, der für typische Alltagslasten wie Kochen, Waschen, Licht und Unterhaltungselektronik ausreichend Kapazität bereithält. Im Ergebnis deckt die PV-Anlage über das Jahr hinweg nahezu den gesamten Verbrauch.

Der richtige Anlagenumfang

Damit die Stromrechnung am Ende tatsächlich gegen null tendiert, muss die Anlage passend dimensioniert sein. Eine zu kleine Anlage verpufft ihren Effekt, eine zu große Anlage rechnet sich oft nicht. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit drei bis vier Personen empfehlen Installateure heute Leistungen zwischen acht und zwölf Kilowattpeak. Ergänzt um einen Stromspeicher mit fünf bis zehn Kilowattstunden lässt sich ein Autarkiegrad von 70 bis 90 Prozent erreichen.

Entscheidend ist der individuelle Verbrauch: Wer viele stromintensive Geräte nutzt oder auf eine Wärmepumpe setzt, braucht eine entsprechende Anlagenleistung. Familie M. hat deshalb zuerst ihren Jahresverbrauch ermittelt und danach die Leistung der Module und des Speichers festgelegt.

Intelligente Steuerung senkt Restkosten weiter

Selbst mit einer ausreichend großen PV-Anlage bleibt ein geringer Netzbezug im Winter oder an sehr dunklen Tagen. Diesen Anteil kann man durch Technik zusätzlich reduzieren. Intelligente Energiemanagementsysteme verschieben Waschmaschine, Geschirrspüler oder Warmwasserbereitung automatisch in die Sonnenstunden. Auch Wallboxen lassen sich so steuern, dass sie nur mit Solarstrom laden.

Durch dieses Vorgehen konnte Familie M. den letzten Restbedarf aus dem Netz so weit minimieren, dass unterm Strich keine Stromkosten mehr anfielen – die Grundgebühr wird durch Einspeisevergütung kompensiert.

Was Sie investieren müssen

Für eine PV-Anlage mit Speicher sollten Eigentümer heute 18.000 bis 30.000 Euro einplanen, je nach Größe und Technik. Die Förderung über die Umsatzsteuerbefreiung beim Kauf reduziert die Kosten spürbar. Weitere regionale Programme können die Investition zusätzlich erleichtern. Entscheidend ist, ein seriöses Angebot zu erhalten und die Wirtschaftlichkeit über die gesamte Nutzungsdauer zu betrachten.

Je höher der Strompreis steigt, desto sinnvoller wird die eigene Anlage. Viele Haushalte, die 2021 noch gezögert haben, produzieren heute einen großen Teil ihres Stroms selbst und sind weitgehend unabhängiger vom Marktgeschehen.

Tipps für den Weg zur niedrigen Stromrechnung

Für Haushalte, die der Geschichte der Familie M. folgen möchten, sind drei Schritte besonders wichtig: Erstens eine solide Analyse des eigenen Stromverbrauchs. Zweitens ein fachlich sauberes Angebot für Module, Speicher und Installation. Drittens ein realistischer Blick auf die eigenen Gewohnheiten – denn wer sein Nutzerverhalten anpasst, steigert den Nutzen der Anlage erheblich. So rückt der Wunsch von Stromkosten nahe null in greifbare Nähe.