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Stromspeicher im Eigenheim: Warum sich die Investition oft nicht rechnet

Immer mehr Hausbesitzer beschäftigen sich mit Photovoltaik und der Frage, ob sich ein Stromspeicher lohnt. Die Idee ist naheliegend: tagsüber Solarstrom erzeugen, abends selbst verbrauchen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass Batteriespeicher wirtschaftlich nicht immer überzeugen. Hohe Anschaffungskosten, begrenzte Lebensdauer und sinkende Einspeisevergütungen verändern die Rechnung.

BYD Batteriespeicher HVS 10.2 kWh – Solarspeicher (Foto: Hersteller)

Eigenverbrauch ist nicht gleich Rentabilität

Ein Stromspeicher erhöht den Anteil des selbst genutzten Solarstroms erheblich – häufig von rund 30 auf bis zu 70 Prozent. Das bedeutet weniger Strombezug aus dem Netz, was zunächst positiv klingt. Doch die Investition ist teuer: Für ein Einfamilienhaus liegen die Kosten je nach Kapazität zwischen 6.000 und 12.000 Euro. Hinzu kommen Installationskosten und gegebenenfalls Wartung.

Die wirtschaftliche Amortisation hängt stark vom Verhältnis von Strompreis, Speicherpreis und Eigenverbrauch ab. Steigt der Strompreis, verbessert sich die Bilanz. Sinken dagegen die Speicherpreise oder wird der Haushaltsstrom günstiger, verschiebt sich der Zeitpunkt, an dem sich die Anschaffung rechnet, weiter nach hinten. In vielen Fällen dauert die Amortisation länger als die technische Lebensdauer der Batterie.

Begrenzte Lebensdauer und Effizienzverluste

Ein weiterer Faktor ist die Haltbarkeit. Lithium-Ionen-Speicher, die heute am häufigsten verbaut werden, verlieren mit den Jahren an Kapazität. Nach rund zehn Jahren können sie oft nur noch 80 Prozent ihrer ursprünglichen Energie speichern. Auch der Wirkungsgrad ist nicht perfekt: Etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Energie gehen bei jedem Lade- und Entladevorgang verloren.

Zwar werden Speichertechnologien kontinuierlich verbessert, doch die Verluste summieren sich über die Jahre. Für die Wirtschaftlichkeit eines Systems spielt das eine entscheidende Rolle. Denn jede Kilowattstunde, die nicht mehr gespeichert oder vollständig genutzt werden kann, mindert die Rendite.

Förderung und Strompreisstruktur beeinflussen die Rechnung

Förderprogramme können die Anschaffung eines Speichers finanziell abfedern. Einige Bundesländer bieten Zuschüsse oder günstige Kredite an, die den Einstieg erleichtern. Doch auch mit Förderung bleibt die Kalkulation eng.

Ein weiterer Punkt: Die Strompreisstruktur verändert sich. Wer einen hohen Eigenverbrauch hat, spart zwar beim Netzstrom, zahlt aber weniger Netzentgelte – und trägt damit weniger zur Finanzierung der Netzinfrastruktur bei. Künftig könnten daher neue Gebührenmodelle entstehen, die Eigenverbrauch wirtschaftlich weniger attraktiv machen. Schon heute prüfen Netzbetreiber, wie Speicheranlagen in das Gesamtsystem eingebunden werden können, ohne die Netzstabilität zu gefährden.

Ökologischer Nutzen bleibt begrenzt

Auch ökologisch ist der Effekt nicht eindeutig. Zwar reduziert ein Speicher den Bezug von Strom aus dem Netz, doch der zusätzliche Energieaufwand für Herstellung und Recycling der Batterien fällt ins Gewicht. Studien zeigen, dass sich der CO₂-Vorteil eines Heimspeichers erst nach mehreren Jahren einstellt – vorausgesetzt, die Batterie hält lange genug und wird umweltgerecht entsorgt.

Dennoch kann ein Speicher sinnvoll sein, wenn der Fokus nicht allein auf Wirtschaftlichkeit liegt. Wer Autarkie anstrebt, Stromausfälle absichern oder E-Autos gezielt laden möchte, kann davon profitieren. Für die reine Renditebetrachtung überwiegen derzeit jedoch die Nachteile.

Perspektive für die kommenden Jahre

Entscheidend wird sein, wie sich Preise und Rahmenbedingungen entwickeln. Sinkende Speicherpreise und steigende Stromkosten könnten die Rechnung künftig verbessern. Auch neue Technologien wie Salzwasser- oder Feststoffbatterien versprechen längere Lebensdauer und geringere Verluste.

Noch ist der Markt im Wandel. Viele Hersteller arbeiten an integrierten Systemen, die Photovoltaik, Speicher und Energiemanagement kombinieren. Ob sich die Investition in einem privaten Haushalt rechnet, hängt damit weiterhin vom Einzelfall ab – von Verbrauch, Anlagengröße, Standort und individuellen Zielen. Sicher ist nur: Der Stromspeicher bleibt ein Baustein der Energiewende, aber kein Garant für Einsparungen.