Startseite » Heizungssysteme » Gasanschluss im Haushalt: Was er kostet und wo man ihn beantragt

Gasanschluss im Haushalt: Was er kostet und wo man ihn beantragt

Gas gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Energiequellen im Haushalt – sei es zum Heizen, Kochen oder für die Warmwasserbereitung. Doch nicht jedes Gebäude verfügt über einen Gasanschluss. Wer nachrüsten möchte, steht vor der Frage, mit welchen Kosten zu rechnen ist und wie der Ablauf funktioniert. Klar ist: Ein Gasanschluss ist technisch machbar, aber die Investitionshöhe hängt stark von der Region, der Entfernung zur nächstgelegenen Leitung und den baulichen Voraussetzungen ab.

Wo der Gasanschluss beantragt wird

Ein Gasanschluss wird nicht beim Gasversorger selbst, sondern beim örtlichen Netzbetreiber beantragt. Dieser betreibt das Leitungsnetz und ist für Herstellung und Betrieb der Hausanschlüsse zuständig. In vielen Städten handelt es sich dabei um Stadtwerke oder regionale Netzgesellschaften, auf dem Land häufig um überregionale Netzbetreiber.

Der Antrag erfolgt in der Regel online. Benötigt werden Angaben zu Grundstück, Gebäudetyp, geplanten Geräten und der voraussichtlichen Anschlussleistung. Anschließend prüft der Netzbetreiber, ob eine Gasleitung in der Nähe verläuft und welche technischen Maßnahmen erforderlich sind. Erst danach wird ein verbindliches Angebot erstellt.

Kosten für den Hausanschluss

Die Kosten variieren stark. Ausschlaggebend sind die Entfernung zur vorhandenen Gasleitung, die Bodenverhältnisse und der Umfang der Erdarbeiten. Typische Kosten bewegen sich zwischen 2.000 und 3.500 Euro, können aber je nach Region deutlich höher ausfallen.

Liegt die Hauptleitung direkt vor dem Grundstück, ist ein Anschluss oft vergleichsweise günstig. Muss die Leitung jedoch verlängert oder über Privatflächen geführt werden, steigen die Kosten. Bei längeren Leitungswegen im Gehweg oder auf Privatgrund kann der Aufwand schnell mehrere Tausend Euro zusätzlich verursachen.

Zum Angebot gehören üblicherweise die Bauarbeiten im Grundstück, die Hauseinführung und der Anschluss an die Hauptleitung. Die Installation im Gebäude ist nicht Teil dieses Angebots und wird separat durch einen Heizungsfachbetrieb abgerechnet.

Installation im Haus

Im Gebäude selbst wird die Gasinstallation von einem zugelassenen Installationsbetrieb durchgeführt. Dazu gehören Leitungen zu Heizung, Warmwassergerät oder Herd, die Montage der erforderlichen Absperrventile und der Anschluss an den Gaszähler.

Abhängig von Gebäudezustand und Anzahl der Geräte kostet die interne Gasinstallation häufig zwischen 1.500 und 4.000 Euro. Bei alten Häusern mit unübersichtlichen Leitungswegen oder bei Kombination mit einer neuen Heizung können die Kosten höher liegen.

Der Netzbetreiber setzt den Gaszähler erst, wenn alle Installationen abgenommen wurden. Anschließend kann der Haushalt einen Anbieter wählen und einen Gasliefervertrag abschließen.

Besondere Bedingungen bei Bestandsgebäuden

Bei der Nachrüstung älterer Häuser prüfen Netzbetreiber häufig, ob die Statik oder der Leitungsweg Einschränkungen mit sich bringen. Auch denkmalgeschützte Gebäude erfordern teilweise Sonderlösungen.

Wichtig ist zudem, ob das Grundstück in einer Straße liegt, die grundsätzlich an Gas angebunden ist. In manchen Regionen bauen Netzbetreiber keine neuen Gasanschlüsse mehr, weil sie langfristig auf Wärmenetze oder erneuerbare Systeme setzen. Es lohnt sich daher, frühzeitig zu klären, ob ein Anschluss überhaupt möglich ist.

Alternative Lösungen, wenn kein Anschluss verfügbar ist

Nicht immer lohnt sich ein Gasanschluss – oder er ist gar nicht mehr zulässig. In diesen Fällen gibt es Alternativen, die ähnliche Funktionen erfüllen können.

Für das Kochen bieten sich Gasflaschen oder Flüssiggastanks an. Für Heizungen gibt es moderne Hybridlösungen und Wärmepumpen, die langfristig günstiger und klimafreundlicher arbeiten. Entscheidend ist eine gute Beratung, welche Technik zur Bausubstanz und zum Energiebedarf passt.

Für Häuser ohne Anbindung an das Gasnetz ist Flüssiggas eine häufig genutzte Übergangslösung. Der Tank steht im Garten oder ist unterirdisch installiert. Die Versorgung erfolgt per Lieferung, was Flexibilität bietet, aber langfristig höhere Betriebskosten verursachen kann.

Ablauf von Antrag bis Fertigstellung

Der Weg zum Gasanschluss verläuft in mehreren Schritten.

Zunächst prüft der Netzbetreiber den Antrag und erstellt ein Angebot. Nach Auftragserteilung folgen die Tiefbauarbeiten auf dem Grundstück. Danach wird die Leitung ins Haus geführt und der Anschluss an die Hauptleitung hergestellt. Erst wenn die Installation im Gebäude abgeschlossen und abgenommen ist, wird der Zähler gesetzt.

Die gesamte Dauer hängt von der Auslastung der Netzbetreiber ab. In vielen Regionen sollte man mit mehreren Wochen bis einigen Monaten rechnen. Besonders in der Heizsaison ist der Andrang hoch.

Gasanschluss als Investition

Ein Gasanschluss bietet Flexibilität und kann für Haushalte interessant sein, die weiterhin mit Gas kochen oder heizen möchten. Gleichzeitig sollte die Entscheidung in den größeren Kontext der Energiewende eingebettet werden. Langfristig werden erneuerbare Heizsysteme und Fernwärme an Bedeutung gewinnen, während neue Gasanschlüsse in einigen Kommunen bereits kritisch geprüft werden.

Wer sich dennoch für einen Gasanschluss entscheidet, sollte die Gesamtkosten realistisch einplanen und frühzeitig klären, ob der Netzbetreiber überhaupt noch neue Anschlüsse herstellt.