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Heizen mit Kohle: Lohnt sich das überhaupt?

Kohleöfen gehören für viele zu den Erinnerungen an frühere Zeiten. Doch in modernen Gebäuden spielen sie kaum noch eine Rolle. Wer heute noch mit Kohle heizt, steht vor rechtlichen, finanziellen und praktischen Fragen. Wann ist der Ausstieg geplant, was kostet das Heizen und wie viel Kohle braucht man tatsächlich?

Steinkohle (Foto: Kora27/CC BY-SA 4.0)

Ist eine Kohleheizung heute noch erlaubt?

In Deutschland sind bestehende Einzelöfen auf Kohlebasis grundsätzlich weiterhin erlaubt. Es gibt jedoch strenge technische Anforderungen: Alte Öfen müssen bestimmte Feinstaub- und Kohlenmonoxid-Grenzwerte erfüllen. Viele Modelle, die vor 1995 gebaut wurden, mussten bereits nachgerüstet oder stillgelegt werden. Für jüngere Anlagen greifen gestaffelte Übergangsfristen, die mit der Novelle der Bundesimmissionsschutzverordnung festgelegt wurden.

Zentralheizungen, die mit Kohle betrieben werden, sind sehr selten geworden und werden politisch nicht mehr gefördert. Ein generelles Verbot existiert zwar noch nicht, doch die politischen Signale gehen eindeutig Richtung Ausstieg. Je nach Bundesland gibt es kommunale Einschränkungen, etwa in ausgewiesenen Umweltzonen.

Wie lange darf man noch mit Kohle heizen?

Für Einzelraumfeuerstätten gelten feste Austauschfristen, die fortlaufend bis ins Jahr 2027 laufen. Öfen, die die geforderten Grenzwerte nicht einhalten, müssen außer Betrieb genommen oder mit Filtern nachgerüstet werden.

Ein kompletter bundesweiter Ausstieg aus der Nutzung von Kohle in Privathaushalten ist noch nicht beschlossen, wird aber im Rahmen der Wärmewende früher oder später erwartet.

Für zentrale Kohleheizungen gibt es keine festen Enddaten. In der Praxis verschwinden sie jedoch durch hohe Kosten, fehlende Förderungen und die Anforderungen an Energieeffizienz aus dem Markt.

Was kostet Heizen mit Kohle?

Kohlepreise schwanken stark. Aktuell liegen sie je nach Art (Briketts, Steinkohle, Eierkohle) meist zwischen 350 und 600 Euro pro Tonne. Hinzu kommen Transportkosten, Lagerung und deutlich höhere Emissionen als bei Gas, Pellets oder Wärmepumpen.

Im Vergleich zu modernen Heizsystemen ist Kohle daher meist die teuerste Variante: Der Wirkungsgrad alter Öfen ist niedrig, die Verlustwärme hoch und die Temperatur lässt sich nur grob steuern. Wartung und Schornsteinfegergebühren erhöhen die Kosten zusätzlich.

Wie viele Tonnen Kohle braucht ein Haus im Jahr?

Der Verbrauch hängt von mehreren Faktoren ab: Baujahr des Hauses, Dämmstandard, Raumgröße und Nutzung. In unsanierten Altbauten der 1960er- bis 1980er-Jahre lag der typische Bedarf für eine Kohle-Etagenheizung oder einen Zentralofen oft bei vier bis acht Tonnen pro Heizperiode.

Ein Einfamilienhaus mit schlechtem Dämmstandard liegt eher am oberen Rand dieser Spanne. Wer nur einzelne Räume mit Kohleöfen beheizt, kommt entsprechend mit weniger aus.

Wohin entwickelt sich das Heizen mit Kohle?

Kohle spielt im privaten Bereich nur noch eine Randrolle. Politisch und ökologisch ist die Richtung klar: weg von fossilen Festbrennstoffen, hin zu klimaneutralen Heizsystemen. Für Eigentümer bedeutet das, dass Kohleöfen langfristig weder wirtschaftlich noch zukunftsfähig sind.