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Interview: Raumklima und Wohnraumlüftung – Experte räumt mit 5 Mythen auf

Wenn es um das richtige Lüften und um die kontrollierte Wohnraumlüftung geht, gibt es viele Fragen: Dürfen mit einer Lüftungsanlage die Fenster nicht mehr geöffnet werden? Wird die Luft zu trocken? Sammelt sich Schmutz in den Rohren der Lüftungsanlage? Michael Rohrbach, Product Sales Manager bei KERMI, nimmt im Interview fünf typische Mythen unter die Lupe.

Inbetriebnahme eines Lüftungsgeräts (Foto: KERMI)

Mythos 1: Gekippte Fenster reichen zum Lüften.

Michael Rohrbach: „Das ist ein weitverbreiteter Irrtum, aber das Kippen der Fenster führt nicht zu einem effektiven Luftaustausch. Es kann sich sogar negativ auswirken: Sind Fenster dauerhaft gekippt, kühlen im Winter die Wände in Fensternähe aus. Hier kann Luftfeuchtigkeit kondensieren und Schimmelbildung begünstigen. Wie sollte man stattdessen lüften? Die Empfehlung lautet: Mehrfach am Tag alle Fenster gleichzeitig komplett öffnen. Das lässt sich im Alltag oft schwer umsetzen. Hier ist dann eine kontrollierte Wohnraumlüftung eine gute Lösung. So sorgen z.B. die x-well Lüftungsgeräte rund um die Uhr für einen bedarfsgerechten Luftaustausch – ganz automatisch und ohne, dass Bewohner ständig ans Lüften denken müssen. So bleibt das Raumklima konstant angenehm und Schimmel hat keine Chance.“

Mythos 2: Mit einer Wohnraumlüftung dürfen die Fenster nicht geöffnet werden.

Michael Rohrbach: „Auch das ist ein typisches Missverständnis. Wer eine Wohnraumlüftung hat, darf natürlich weiterhin die Fenster öffnen. Der Vorteil der Lüftungsanlage besteht vielmehr darin, dass dies für ein gesundes Raumklima nicht mehr notwendig ist. Gerade in den Wintermonaten kann das den Komfort steigern: Wenn die Fenster geschlossen bleiben, entweicht keine wertvolle Heizwärme nach draußen. Die x-well Wohnraumlüftungen mit effizienter Wärmerückgewinnung halten die Wärme sogar aktiv im Raum. Dafür wird beim Luftaustausch die Wärme der Abluft auf die Zuluft übertragen, sodass diese angenehm temperiert einströmt. Hierbei können die Geräte von KERMI bis über 90 Prozent der Wärme zurückgewinnen. Das steigert die Effizienz des gesamten Gebäudes und hilft somit, Heizkosten zu sparen.“

Mythos 3: Wohnraumlüftungen trocknen die Luft aus.

Michael Rohrbach: „Trockene Luft ist gerade im Winter ein grundsätzliches Problem in Innenräumen. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel von warmer Heizungsluft und beim Lüften nachströmender, zunächst kalter Außenluft, die weniger Feuchtigkeit transportieren kann. Dabei macht es keinen großen Unterschied, ob der Luftaustausch über die Fenster oder mit einer Wohnraumlüftung stattfindet. Aber moderne Lüftungsgeräte bieten die Möglichkeit, diesem natürlichen Austrocknen der beheizten Wohnräume entgegenzuwirken: Dank optionalem Enthalpie-Wärmeübertrager können zentrale x-well Lüftungsgeräte von KERMI neben der Wärme auch die Feuchtigkeit aus der Abluft zurückgewinnen und so zu einem angenehmen Feuchtigkeitsniveau beitragen.“

Mythos 4: In den Rohren der Wohnraumlüftung sammeln sich Schmutz und Ungeziefer.

Michael Rohrbach: „Diese Angst ist unbegründet, wenn die Anlage fachgerecht installiert und regelmäßig gewartet wird. Moderne Wohnraumlüftungen wie die x-well Lüftungsgeräte von KERMI sind mit hochwertigen Filtern ausgestattet, die verhindern, dass Schmutzpartikel oder Staub überhaupt ins System oder in die Rohre gelangen. Für die Luftqualität im Haus bedeutet das außerdem: Gerade auch Allergiker können aufatmen, weil beim Einströmen der frischen Luft auch Pollen draußen bleiben. Damit die Lüftung dauerhaft zuverlässig arbeiten kann, sollten die Filter regelmäßig gewechselt werden. Zusätzlich sollte etwa alle zwei Jahre eine professionelle Wartung durch einen Fachbetrieb erfolgen.

Mythos 5: Eine Wohnraumlüftung ist nur etwas für den Neubau. Sie lässt sich schlecht nachrüsten.

Michael Rohrbach: „Zum Glück ist diese Annahme nicht richtig. Natürlich ist es im Neubau besonders einfach, eine zentrale Wohnraumlüftung direkt von Beginn an einzuplanen – hier können die notwendigen Lüftungskanäle und Geräte optimal integriert werden. Aber auch im Bestand gibt es heute zahlreiche Möglichkeiten, eine Wohnraumlüftung nachzurüsten: Kompakte zentrale Geräte wie das x-well C225 oder das besonders flache x-well F150 lassen sich platzsparend in Schränken, abgehängten Decken oder in der Vorwandinstallation unterbringen. Die Lüftungsrohre finden ebenfalls in der abgehängten Decke Platz. Wer noch flexibler nachrüsten möchte, setzt auf dezentrale Systeme wie den x-well D13 Pendellüfter, der direkt in die Außenwand des jeweiligen Raums eingebaut wird und keine umfangreichen Rohrleitungen benötigt. Da die Lüfter per Bluetooth kommunizieren, müssen sie außerdem nicht aufwendig mit der Regelung verkabelt werden. Notwendig ist nur eine Spannungsversorgung von 230 Volt.  So kann man auch in bestehenden Gebäuden von den Vorteilen einer kontrollierten Wohnraumlüftung profitieren.“