Wer eine neue Heizung anschaffen möchte, muss je nach Technik mit deutlich unterschiedlichen Kosten rechnen. Während sich die Preise für einige Systeme zuletzt stabilisiert haben, sind andere Heizungen teurer geworden. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Energieberatung der Verbraucherzentrale Hamburg.
Für die Untersuchung wurden Angebote für 21 verschiedene Heiztechniken ausgewertet und ihre Preise vor einem Jahr und heute verglichen. Berücksichtigt wurden jeweils die Kosten für die betriebsfertige Installation der neuen Anlage sowie die Entsorgung der alten Heizung. Neue Heizleitungen und Heizflächen waren nicht Bestandteil der Berechnung. Je nach Heiztechnik lagen zwischen 47 und 129 Angebote vor.
Wärmepumpe bleibt auf hohem Preisniveau
Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe liegen die durchschnittlichen Kosten der Erhebung zufolge bei rund 36.000 Euro. Damit blieb der Preis gegenüber dem Vorjahr unverändert. Auch eine neue Gasheizung kostet mit durchschnittlich etwa 16.000 Euro ähnlich viel wie zuvor.
Andere Heizsysteme haben sich dagegen verteuert. Scheitholzvergaserkessel kosten demnach rund 30.000 Euro und damit etwa elf Prozent mehr als im Vorjahr. Auch bei Luft-Luft-Wärmepumpen stiegen die Preise um rund acht Prozent. Mit deutlich weniger als 20.000 Euro gehören sie dennoch zu den günstigeren Heizsystemen in der Untersuchung.
Bei einzelnen Technologien gingen die Preise dagegen zurück. Dazu gehören Brennstoffzellen in Verbindung mit einem Gas-Blockheizkraftwerk, die aktuell bei etwa 57.000 Euro liegen. Auch die Kombination aus Holzhackschnitzelheizung und Solarthermie wurde günstiger. Hier liegt der durchschnittliche Preis bei rund 59.000 Euro, etwa zwei Prozent weniger als im Vorjahr.
Hohe Kosten bei der Installation
Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale sind die Preise sowohl bei geförderten als auch bei nicht geförderten Heiztechniken gestiegen. Gerade bei Wärmepumpen können verschiedene Faktoren die Kosten beeinflussen. Dazu gehören unter anderem Vertriebsstrukturen, die Mehrwertsteuer, die technischen Anforderungen an die Installation und eine teilweise hohe Nachfrage.
Bei einem Vergleich der Angebote sollte deshalb nicht allein der Preis der Heizungsanlage betrachtet werden. Entscheidend sind auch der Umfang der notwendigen Arbeiten, die vorhandene Heizungsinfrastruktur und die Frage, welche Komponenten im jeweiligen Angebot tatsächlich enthalten sind.
Förderung beeinflusst die Rechnung
Neben den Anschaffungskosten spielt auch die staatliche Förderung eine Rolle. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass sich die Förderbedingungen und insbesondere einzelne Bonusregelungen künftig verändern können. Für bestimmte Wärmepumpen kann die Förderung dadurch zu einem wichtigen Bestandteil der Gesamtrechnung werden.
Nach den Angaben der Verbraucherzentrale kann die Förderung derzeit in bestimmten Fällen bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten erreichen. Darin können verschiedene Boni enthalten sein. Der sogenannte Klimageschwindigkeitsbonus soll nach den derzeit genannten Förderbedingungen schrittweise reduziert werden: von 16 Prozent zunächst auf zwölf Prozent und später auf acht Prozent, bevor er vollständig entfällt.
Angebote genau vergleichen
Wie teuer ein Heizungstausch tatsächlich wird, lässt sich deshalb nicht allein anhand eines durchschnittlichen Anlagenpreises beurteilen. Gebäudegröße, energetischer Zustand, vorhandene Heizflächen und notwendige Umbauten können die Rechnung erheblich verändern.
Wer eine neue Heizung plant, sollte daher mehrere Angebote einholen und genau prüfen, welche Leistungen darin enthalten sind. Gerade bei komplexeren Heizsystemen können sich die Gesamtkosten durch zusätzliche Installationsarbeiten deutlich vom reinen Preis des Heizgeräts unterscheiden.



