Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, drehen viele Menschen die Heizung wieder auf. Doch wer an den Thermostatreglern unbedacht die höchste Stufe wählt, verschwendet schnell Energie – und damit Geld. Eine einfache Faustregel hilft: Im Herbst sollte die Heizung in Wohnräumen meist auf Stufe 3 stehen.

Das sorgt für ein angenehmes Raumklima, spart Kosten und beugt zugleich Feuchtigkeit und Schimmel vor.
Was der Thermostat wirklich regelt
Viele gehen davon aus, dass ein höher gedrehter Heizungsregler den Raum schneller aufwärmt. Das ist ein verbreiteter Irrtum. Das Thermostat steuert nämlich nicht die Heizgeschwindigkeit, sondern die Zieltemperatur, die im Raum erreicht werden soll.
Jede Stufe steht für einen ungefähren Temperaturwert:
- Stufe 1 entspricht etwa 12 Grad,
- Stufe 2 rund 16 Grad,
- Stufe 3 etwa 20 Grad,
- Stufe 4 rund 24 Grad,
- Stufe 5 bis zu 28 Grad Celsius.
Wer den Regler also auf Stufe 5 dreht, sorgt nicht für schnellere Wärme, sondern dafür, dass die Heizung solange läuft, bis der Raum auf nahezu 28 Grad erhitzt ist – was meist weder nötig noch wirtschaftlich ist.
Die optimale Raumtemperatur
Laut Umweltbundesamt liegt die ideale Raumtemperatur für Wohnräume bei etwa 20 Grad Celsius – also genau auf Stufe 3. Diese Temperatur gilt als angenehm, gesund und energieeffizient.
In Schlafräumen reichen 17 bis 18 Grad, während in Badezimmern kurzzeitig auch 22 Grad sinnvoll sind. Wichtig ist, dass die Temperatur nicht zu stark schwankt. Wenn Räume dauerhaft auskühlen, steigt der Energieverbrauch beim Wiederaufheizen deutlich an. Außerdem erhöht sich das Risiko von Feuchtigkeit und Schimmelbildung.
Ein gleichmäßiges Temperaturniveau spart langfristig mehr Energie, als die Heizung regelmäßig ganz abzuschalten und später wieder hochzudrehen.
Warum Stufe 3 besonders effizient ist
Auf Stufe 3 arbeitet das Heizsystem im optimalen Bereich: Der Raum bleibt konstant warm, ohne dass die Heizung dauerhaft durchläuft. Moderne Thermostatventile schließen automatisch, sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist. Sinkt die Raumtemperatur wieder ab, öffnet das Ventil und lässt erneut warmes Wasser in den Heizkörper.
Dadurch wird die Wärmeabgabe bedarfsgerecht gesteuert. Je höher die Stufe, desto später schließt das Ventil – und desto länger fließt Heizwasser, auch wenn der Raum längst warm genug ist. Das führt zu unnötigem Energieverbrauch.
Wer seine Heizung richtig einstellt, kann laut Experten bis zu 15 Prozent Heizkosten pro Jahr einsparen – ganz ohne Komfortverlust.
Tipps für gleichmäßige Wärme im Herbst
Damit Stufe 3 tatsächlich für angenehme Temperaturen sorgt, sollte auch das Umfeld der Heizung stimmen:
- Heizkörper nicht verdecken: Vorhänge, Möbel oder Verkleidungen behindern die Luftzirkulation und verhindern, dass sich die Wärme im Raum verteilt.
- Regelmäßig entlüften: Gluckernde Heizkörper arbeiten ineffizient. Ein kurzes Entlüften sorgt für volle Heizleistung.
- Fenster stoßweise öffnen: Dauerhaft gekippte Fenster kühlen Wände und Heizkörper aus. Besser sind mehrere kurze Lüftungsphasen am Tag.
- Thermostate prüfen: Alte Thermostatköpfe reagieren oft träge. Austauschbare elektronische Modelle messen genauer und halten die Temperatur konstanter.
Auch die richtige Einstellung der Heizkurve an der zentralen Anlage trägt zur Effizienz bei. Gerade im Herbst kann es sinnvoll sein, die Vorlauftemperatur leicht zu senken – das spart Energie, ohne dass es spürbar kälter wird.
Wann mehr als Stufe 3 sinnvoll ist
Natürlich gibt es Situationen, in denen eine höhere Einstellung angebracht ist: nach längerer Abwesenheit, bei Krankheit oder in schlecht gedämmten Altbauten. Dann darf die Heizung kurzzeitig auf Stufe 4 stehen, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. Danach sollte sie jedoch wieder reduziert werden, um unnötigen Verbrauch zu vermeiden.
Auch in Badezimmern oder Kinderzimmern ist es erlaubt, die Temperatur zeitweise etwas höher zu wählen. Hier zählt der Wohlfühlaspekt – solange man bewusst damit umgeht.
Ausgeglichenes Raumklima
Die Thermostateinstellung auf Stufe 3 ist im Herbst für die meisten Wohnräume ideal. Sie steht für etwa 20 Grad – warm genug zum Wohlfühlen, aber sparsam genug, um Heizkosten zu begrenzen.
Wer seine Heizung so einstellt, sorgt für ein ausgeglichenes Raumklima, verhindert Feuchtigkeit und nutzt die Energie optimal. Die Faustregel lautet: Lieber konstant moderate Temperaturen als extremes Auf- und Abheizen. So bleibt es nicht nur behaglich, sondern auch effizient – und die Heizkostenrechnung fällt spürbar niedriger aus.



