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Welche Hybridheizung ist für einen Altbau sinnvoll?

Altbauten sind charmant, aber energetisch oft eine Herausforderung. Hohe Decken, ungedämmte Wände und veraltete Heizsysteme führen zu hohem Energieverbrauch und hohen Kosten. Wer modernisieren möchte, steht häufig vor der Frage: Welche Heiztechnik ist wirtschaftlich, zukunftssicher und technisch geeignet? Eine Hybridheizung kann hier die Lösung sein – sie kombiniert verschiedene Energiequellen und passt sich flexibel an die Gegebenheiten älterer Gebäude an. Doch nicht jede Kombination ist für jeden Altbau sinnvoll.

Hamburger Altbau (Foto: HLN Lab)

Prinzip der Hybridheizung

Hybridheizungen verbinden mindestens zwei Wärmeerzeuger miteinander, die unterschiedlich arbeiten. Häufig wird eine umweltfreundliche, erneuerbare Energiequelle – etwa eine Wärmepumpe, Solarthermie oder Biomasse – mit einem klassischen Heizsystem kombiniert, das Versorgungssicherheit bietet.

Das Ziel ist, die Vorteile beider Systeme zu nutzen: Effizienz und Klimafreundlichkeit auf der einen Seite, stabile Wärmeversorgung auf der anderen. Eine intelligente Regelung wählt automatisch den wirtschaftlichsten oder ökologischsten Wärmeerzeuger aus – je nach Außentemperatur und Bedarf.

Wärmepumpe und Gas – die gängigste Kombination

Für viele Altbauten gilt die Kombination aus Gasbrennwerttechnik und Wärmepumpe als besonders praktikabel. Während die Wärmepumpe bei milderen Temperaturen effizient arbeitet, springt der Gasbrenner an, wenn die Außentemperatur stark fällt oder der Heizbedarf kurzfristig steigt.

Diese Variante ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine Gasleitung bereits vorhanden ist und eine Komplettumstellung auf Wärmepumpe zu teuer wäre. Die Kombination ermöglicht, erneuerbare Energie schrittweise in das Heizsystem zu integrieren, ohne die gesamte Haustechnik zu erneuern.

Zudem erfüllt sie die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes, das seit 2025 verlangt, dass mindestens 65 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Quellen stammen. Der Anteil der Wärmepumpe kann entsprechend so eingestellt werden, dass diese Quote erreicht wird.

Solarthermie als Ergänzung

Eine weitere bewährte Kombination ist Gas- oder Ölheizung mit Solarthermieanlage. Auf dem Dach installierte Kollektoren erwärmen Wasser, das zur Heizungsunterstützung oder für Warmwasser genutzt wird.

Diese Hybridlösung ist vergleichsweise kostengünstig in der Nachrüstung und eignet sich auch für Gebäude, deren Dämmstandard nur bedingt für Wärmepumpen geeignet ist. Allerdings hängt der Ertrag stark von der Dachausrichtung und den Sonnenstunden ab – in Nordlagen oder schattigen Lagen sind die Einsparungen begrenzt.

Ein Vorteil: Solarthermie entlastet die Hauptheizung und senkt die Betriebskosten, vor allem in der Übergangszeit.

Pelletheizung als Kombipartner

Auch eine Pelletheizung lässt sich in Hybridanlagen integrieren, beispielsweise in Kombination mit einer Solarthermie oder Wärmepumpe. Die Holzpellets dienen als CO₂-neutrale Energiequelle, während die zweite Komponente für Effizienz oder Warmwasser sorgt.

Pelletanlagen erfordern allerdings Platz für den Vorratsbehälter und regelmäßige Wartung. Sie sind vor allem dort interessant, wo kein Gasanschluss vorhanden ist und nachhaltige Brennstoffe bevorzugt werden.

Wärmepumpe mit Heizstab oder Fernwärme

In manchen Altbauten kann auch eine Hybridlösung aus Wärmepumpe und elektrischem Heizstab sinnvoll sein. Der Heizstab deckt Spitzenlasten ab, während die Wärmepumpe den Grundbedarf übernimmt. Voraussetzung ist eine moderne Dämmung oder der Einsatz einer Hochtemperatur-Wärmepumpe, die auch mit alten Heizkörpern funktioniert.

In Städten, in denen ein Anschluss an ein Fernwärmenetz möglich ist, kann die Kombination aus Fernwärme und Wärmepumpe eine zukunftsfähige Lösung darstellen. Dabei nutzt die Wärmepumpe Restwärme, um die Effizienz der Fernwärmeversorgung zu steigern.

Wirtschaftlichkeit und Förderung

Die Wirtschaftlichkeit hängt stark vom Zustand des Gebäudes ab. Eine Hybridheizung entfaltet ihr volles Potenzial erst, wenn das Haus energetisch zumindest teilweise saniert ist – etwa durch neue Fenster oder gedämmte Außenwände.

Finanziell attraktiv ist der Umstieg durch staatliche Förderung. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt die Kombination verschiedener Heiztechniken mit Zuschüssen von bis zu 70 Prozent. Bei Mietobjekten oder Sanierungen im Bestand kann sich die Kombination aus Wärmepumpe und Gasbrennwertsystem besonders lohnen, weil sie niedrige Betriebskosten mit überschaubarem Investitionsaufwand verbindet.

Technische Anforderungen im Altbau

Vor der Entscheidung sollte geprüft werden, welche Heizflächen vorhanden sind. Fußbodenheizungen sind ideal für Wärmepumpen, klassische Radiatoren benötigen höhere Vorlauftemperaturen und damit angepasste Systeme. Auch die elektrische Infrastruktur spielt eine Rolle, wenn Steuerung oder Wärmepumpenstrom integriert werden sollen.

Eine hydraulische Weiche und ein Pufferspeicher sorgen für den effizienten Betrieb beider Systeme. Die Regelung sollte automatisch priorisieren, welche Energiequelle in welchem Betriebszustand genutzt wird.

Welche Hybridheizung für Altbauten sinnvoll ist

Eine Hybridheizung ist besonders für Altbauten eine sinnvolle Lösung, weil sie Flexibilität mit Zukunftssicherheit verbindet. Sie erlaubt den schrittweisen Umstieg auf erneuerbare Energien, ohne die gesamte Heiztechnik austauschen zu müssen.

Ob Wärmepumpe mit Gas, Solarthermie oder Biomasse – entscheidend ist die Anpassung an den energetischen Zustand des Gebäudes und die individuellen Anforderungen der Bewohner. Richtig geplant, senkt eine Hybridheizung nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen – und macht den Altbau fit für die kommenden Jahrzehnte.