Heizen mit Holz hat Tradition – und liegt trotz steigender Energieeffizienz moderner Heizsysteme weiter im Trend. Für viele gehört das Knistern im Kamin oder der Geruch von Holzrauch zum Winter einfach dazu. Doch damit der Ofen auch wirklich effizient und umweltfreundlich brennt, muss das Brennholz richtig gelagert werden. Fehler bei der Lagerung können nicht nur den Heizwert mindern, sondern auch Schimmelbildung und Zersetzung begünstigen.

1. Fehler: Nasses Holz verheizt Energie
Der wichtigste Faktor für gutes Brennholz ist der Feuchtigkeitsgehalt. „Jedes Holz, das weniger als 25 Prozent Restfeuchte hat, ist gut zum Heizen geeignet“, erklärt Klaus Egly vom Brennholzverband Brennholzhandel und Brennholzproduktion e. V. Trockenes Holz brennt gleichmäßig, sauber und liefert einen hohen Energieertrag.
Feuchtes Holz hingegen verbraucht einen Großteil der Wärmeenergie, um das enthaltene Wasser zu verdampfen. Es brennt schlechter, rußt stärker und kann den Schornstein zusetzen. Der Unterschied zwischen den Holzarten spielt dabei eine geringere Rolle als oft angenommen. „Die Heizwerte verschiedener Holzsorten unterscheiden sich kaum“, sagt Egly.
Am besten lagert man Brennholz überdacht, sodass es vor Regen geschützt ist. Wird es doch einmal nass, ist das kein Grund zur Sorge: Als sogenanntes Totholz nimmt es nur wenig Feuchtigkeit auf. Regen dringt meist nur oberflächlich ein und verdunstet wieder, sobald es trocken ist. Überraschend ist, dass Schnee sogar beim Trocknen helfen kann – er entzieht dem Holzkern Feuchtigkeit, ähnlich wie ein Kälteschwamm.
2. Fehler: Zu dicht gestapelte Holzscheite
Nicht nur Feuchtigkeit, auch mangelnde Luftzirkulation kann Brennholz schaden. Wer seine Scheite zu eng stapelt, riskiert Schimmelbildung und einen langsam einsetzenden Zersetzungsprozess. Zwischen den Holzstücken sollte immer ausreichend Platz bleiben, damit Luft hindurchströmen kann.
Egly rät zudem, das Holz niemals direkt auf den Boden zu legen. „Mindestens zehn Zentimeter Luft unter dem Stapel sind wichtig, damit Feuchtigkeit von unten nicht aufsteigt“, so der Experte. Holzpaletten, Steine oder Holzleisten eignen sich gut als Unterlage.
Auch ein geringer Abstand zur Rückwand ist entscheidend. Wird das Holz direkt an eine Wand gestapelt, kann sich dort Feuchtigkeit stauen – ein idealer Nährboden für Pilze. Besonders bei nordseitiger Lagerung sollte man daher auf ausreichend Abstand und gute Durchlüftung achten.
3. Fehler: Abdeckung mit Plastikplanen
Eine schützende Abdeckung ist im Herbst und Winter unverzichtbar, um das Holz vor Niederschlag zu schützen. Doch die Wahl des Materials ist entscheidend. Viele greifen aus praktischen Gründen zu einer Plastikplane – und begehen damit einen der häufigsten Lagerfehler.
Kunststoffplanen lassen keine Luftzirkulation zu, wodurch sich darunter Feuchtigkeit staut. Das Holz beginnt zu schwitzen, Schimmel kann sich bilden. Zudem sind leichte Folien windanfällig und reißen schnell. Besser ist eine feste Überdachung, etwa ein kleines Vordach oder eine Holzverkleidung, die seitlich offen bleibt. So ist das Brennholz geschützt, kann aber weiterhin atmen.
Im Sommer darf das Holz ruhig Sonne abbekommen, da direkte Sonneneinstrahlung den Trocknungsprozess beschleunigt. Nur bei längeren Regenperioden sollte es abgedeckt werden.
Alternativen für kleinere Räume
Wer keinen geeigneten Platz im Freien hat, kann Brennholz auch in einem gut belüfteten Schuppen lagern. Wichtig ist, dass das Holz dort vollständig trocken ist, bevor es eingelagert wird – das dauert in der Regel zwei bis drei Jahre. Im Keller sollte Brennholz nur gelagert werden, wenn der Raum trocken ist und eine konstante Luftzirkulation gewährleistet ist.
Feuchtigkeit im Keller führt schnell zu muffigem Geruch, Schimmel und sinkender Brennqualität. In den meisten Fällen ist der Lagerplatz im Freien daher die bessere Wahl.
Fazit: Trocken, luftig, geschützt
Richtig gelagertes Brennholz ist der Schlüssel zu effizientem Heizen und sauberer Verbrennung. Wer auf ausreichende Luftzufuhr, Schutz vor Niederschlag und Abstand zum Boden achtet, hat im Winter Freude an gleichmäßig brennendem Holz.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Restfeuchte unter 25 Prozent
- Überdacht, aber luftig lagern
- Abstand zum Boden und zur Wand einhalten
- Keine Plastikfolie als Abdeckung
- Holz erst nach vollständiger Trocknung einlagern
So vorbereitet sorgt der Kamin nicht nur für wohlige Wärme, sondern auch für nachhaltigen und effizienten Brennstoffverbrauch.



