Startseite » Heizungssysteme » Fernwärmekosten 2025 und 2026: Was Haushalte erwartet

Fernwärmekosten 2025 und 2026: Was Haushalte erwartet

Fernwärme gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende, doch die Preisentwicklung sorgt vielerorts für Unsicherheit. Viele Haushalte fragen sich, wie teuer das Heizen 2026 wird. Klar ist: Die Kosten variieren stark je nach Versorger, Energieträger und Struktur des jeweiligen Netzes. Ebenso klar ist, dass die kommenden Jahre von steigenden CO₂-Kosten geprägt sein werden, was die Fernwärmepreise weiter beeinflusst.

Fernwärme-Bauarbeiten in Berlin (Foto: Christoph Petras/Allianz Freie Wärme)

Eine Auswertung des Immobiliendienstleisters Ista zeigt, wie stark die Belastung gestiegen ist: Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung mit Gasheizung lagen die Ausgaben für Heizung und Warmwasser zuletzt rund 220 Euro über dem Niveau von 2021, ein Anstieg um etwa 36 Prozent. Bei Fernwärme stiegen die Kosten sogar um fast 330 Euro, was einer Steigerung von rund 42 Prozent entspricht.

Preisniveau 2025

Im Jahr 2025 bewegten sich die Fernwärmekosten in vielen Netzen zwischen etwa 10 und 16 Cent pro Kilowattstunde. Einige Städte liegen weiterhin darunter, andere deutlich darüber. Messbar ist vor allem die große Spannbreite: Während manche Versorger moderate Anpassungen vornehmen, sehen sich andere gezwungen, ihre Preise deutlich anzuheben, vor allem wegen gestiegener Erzeugungskosten und der CO₂-Bepreisung.

Der Medianwert (der Wert, der genau in der Mitte steht, wenn man Daten der Größe nach sortiert) bundesweit liegt bereits im Bereich von rund 17 Cent pro Kilowattstunde. Ein Teil der Netze überschreitet die Marke von 20 Cent, manche liegen sogar bei 25 Cent und mehr.

Für Haushalte mit einem Wärmeverbrauch von 6.000 bis 10.000 Kilowattstunden im Jahr bedeutet das teils deutlich höhere Heizkosten, die je nach Region mehrere hundert Euro Unterschied ausmachen können.

Netzstruktur und Energieträger spielen dabei eine zentrale Rolle. Fernwärmenetze, die auf Gas, Kohle oder Öl basieren, sind stärker von CO₂-Preissteigerungen betroffen. Dort fallen die Anpassungen meist deutlicher aus als in Netzen, die schon größere Anteile biogener oder industrieller Abwärme nutzen.

Entwicklung 2026

Für 2026 wird ein weiterer Preisschub erwartet. Hintergrund ist die Anhebung des CO₂-Preises, der von derzeit 55 Euro pro Tonne auf rund 65 Euro steigen soll. Das betrifft alle Netze, die fossile Brennstoffe einsetzen – also einen Großteil der bestehenden Fernwärmeanlagen.

Die CO₂-Kosten fließen bei Fernwärme direkt in die Erzeugung ein und erhöhen abhängig vom Brennstoff den Wärmepreis pro Kilowattstunde. In vielen Netzen könnte dies eine zusätzliche Erhöhung im Bereich von ein bis drei Cent pro Kilowattstunde auslösen. Besonders in Regionen mit hohen Beschaffungskosten oder steigenden Netzentgelten sind jedoch höhere Anpassungen möglich.

Ein Haushalt mit 7.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch zahlt bei einer Erhöhung um zwei Cent pro Kilowattstunde etwa 140 Euro mehr im Jahr. Bei Netzen, die sich bereits im oberen Preisbereich befinden, können die Mehrbelastungen entsprechend höher ausfallen.

Die Versorger stehen gleichzeitig vor erheblichen Investitionen. Der Umbau der Netze hin zu erneuerbaren Quellen und Abwärme ist politisch gewollt, technisch notwendig und langfristig entscheidend für stabile Preise. Kurzfristig führt der Transformationsaufwand jedoch oft zu steigenden Netzentgelten, die ebenfalls Bestandteil des Wärmepreises sind.

Regionale Unterschiede und Einflussfaktoren

Die Preisentwicklung hängt von mehreren Faktoren ab. Besonders relevant sind:

  • der Anteil fossiler Brennstoffe im Netz
  • die Größe und Effizienz der Anlagen
  • regionale Beschaffungskosten
  • Investitionen in Netzausbau und Transformation
  • lokale Marktstrukturen und Wettbewerbssituation

Fernwärme ist ein lokales Produkt. Deshalb lassen sich keine bundesweit einheitlichen Werte angeben, und Prognosen bleiben regional unterschiedlich. Netzbetreiber veröffentlichten zuletzt zunehmend Preisanpassungen für 2025 und 2026, die teilweise deutliche Unterschiede zeigen.

Was Verbraucher jetzt tun können

Für Nutzer von Fernwärme gibt es kaum Wechselmöglichkeiten, da sie an ihr jeweiliges Netz gebunden sind. Dennoch lohnt es sich, Preisblätter und Ankündigungen des eigenen Versorgers aufmerksam zu verfolgen und den eigenen Verbrauch zu reduzieren. Moderne Thermostate, hydraulisch abgeglichene Heizkörper und kleinere Maßnahmen wie abgedichtete Fenster oder besser geregelte Heizzeiten haben messbare Effekte.

Wer eine energetische Sanierung plant, sollte zudem prüfen, wie der eigene Fernwärmeversorger seine Erzeugungsmischung entwickelt. Viele Netze stellen in den kommenden Jahren auf nachhaltige Quellen um, was langfristig mehr Stabilität verspricht. Manche Kommunen veröffentlichen Wärmenetzausbaupläne, die Hinweise auf die zu erwartende Entwicklung geben.

Ein Blick auf die kommenden Jahre

Die nächsten Jahre bleiben von Preisbewegungen geprägt. Die CO₂-Kosten werden steigen, während die Fernwärmenetze Schritt für Schritt erneuert und dekarbonisiert werden. In der Übergangsphase sind weitere Anpassungen wahrscheinlich, bevor sich die Preisstrukturen langfristig wahrscheinlich stabilisieren. Sicher ist das jedoch nicht. Für Haushalte bedeutet das: Fernwärme bleibt eine komfortable, aber regional sehr unterschiedliche Heizlösung, deren Kostenentwicklung man immer im Blick behalten sollte.